Themenwege

Unsere Almen – ein Kulturgut seit über 1000 Jahren. 

Seit der frühesten Besiedelungsgeschichte ist die Almwirtschaft untrennbar mit den Heimathöfen verbunden. Die Almen ergänzen die eingeschränkten Viehweiden in der Enge des Tales.
Der Alm-Erlebnisweg zeigt in anschaulicher Weise das Zusammenwirken von Geologie, Landschaft, Wald und Weide, die geeignete Viehhaltung und den Einsatz der menschlichen Arbeitskraft.
Der Themenweg wurde mit Unterstützung der Molkerei Berchtesgadener Land
errichtet, die die Produkte aus der Milch der örtlichen Bergbauernhöfe unter der grünen Marke Bergbauern-Milch vermarktet, www.bergbauernmilch.de.



Ausgangspunkt:
Parkplatz Taubensee an der Alpenstraße oder Schwarzbachwacht 889 m, zur Mordaualm 1191 m, auf alpinem Steig (gute Kondition und Trittsicherheit erforderlich!) über die Karschneid 1530 m weiter zur Lattenbergalm 1480 m und Moosenalm 1409 m, Abstieg zum Ausgangspunkt.


© E. Langenscheidt für Text und Grafik


Weitere Informationen zum Themenweg

  (P) Taubensee Einführungstafel

(P) Wachterl Einführungstafel

Mordaualm

  (P) Wachterl Einführungstafel

Alm-Erlebnisweg Ramsau

Der Alm-Erlebnisweg Ramsau wurde realisiert mit Unterstützung der Molkerei Berchtesgadener Land www.bergbauernmilch.de

Almwirtschaft wird in unserer Gegend seit über 1000 Jahren betrieben.
Ohne die Weideflächen der Almen könnten die bäuerlichen Betriebe im Tal nicht existieren!

  Die Höhenzonierung des Waldes

In den Bergen rücken Klimazonen aneinander Klimazonen, die sich sonst über hunderte von Kilometern oder mehr erstrecken, rücken in den Bergen eng aneinander. Die unterschiedlichen Waldgesellschaften, die in der Höhe aufeinander folgen, sind Ausdruck davon. Sie sind jeweils optimal an die standörtlichen und klimatischen Gegebenheiten angepasst.
Das lokale Kleinklima beeinflusst ebenfalls den Wald. So kann die Waldobergrenze, die hier (durch den Menschen abgesenkt) etwa bei 1800 müNN liegt, zwischen gut 1600 m und 2000 müNN schwanken.

  Die Almwirtschaft

Mordaualm

Mordaualm

 

 

Almwirtschaft wird weltweit betrieben

Almwirtschaft im Berchtesgadener Land ist seit dem 8. Jh. n.  Chr bekannt. Aus dieser Zeit datieren Urkunden, in denen die Almen “Gauzo” und “Laduso” (Gotzen- und Ahornalm) genannt werden. Damit ist aber auch anzunehmen, dass die Nutzung der natürlichen Almen über der Waldgrenze schon wesentlich früher begann.
Im 15./16. Jh. besaßen die Almen ihre größte flächenhafte Ausdehnung, die genutzten Flächen über der Waldgrenze miteinbezogen. Rund 2/3 der damals existierenden Almen sind heute aufgelassen. Bergbauern - laut Definition in der EU
- Die Abgrenzung der Berggebiete erfolgt nach der EU-Richtlinie 75/265 ff.:
- Höhenlage von über 800 m NN und Hangneigung von 18 % auf mindestens 50 % der Wirtschaftsfläche
- ein Bergbauer muss mindestens 3 ha solch einer Fläche landwirtschaftlich bewirtschaften Almwirtschaft wird in allen Hochgebirgsregionen der Erde betrieben. Der Grund dafür ist die geringe Größe der nutzbaren Flächen in den Tallagen. Von diesen Flächen allein könnten die bäuerlichen Betriebe nicht existieren und damit auch nicht ihre wirtschaftliche Grundlage sichern.
Während die Tiere auf den Almen sind, wird im Tal Heu gemacht, um so das Futter für den Winter zu erhalten. Mancherorts gab es daher sogar eine Auftriebspflicht! Die Rechtsgrundlage für den Almbetrieb ist das oft schon Jahrhunderte alte Weiderecht, das an den betreffenden Bauern bzw. an den Hof („Lehen”) gebunden ist. Es regelt zwischen dem Grundbesitzer (heute der Freistaat) und dem Weideberechtigten genau die Anzahl des Weideviehs, das aufgetrieben werden darf. Dazu gehörten in früherer Zeit auch Pferde, Ziegen, Schweine und Schafe. Ebenso ist festgelegt, wieviele Tage im Jahr das Weiderecht ausgeübt werden darf. Wird das Weiderecht eine bestimmte Zeit nicht mehr ausgeübt, verfällt es und auch der Almkaser, der dem Berechtigten gehört, geht dann an den Grundeigentümer über.

  Tagweide – Nachtweide - Schneeflucht

Die räumliche Untergliederung einer Alm Die Almfläche ist nicht nur einfach eine Wiese im Gebirge, auf der das Weidevieh tun und lassen kann, was es will. Sondern auf einer Alm gibt es verschiedene Bereiche, die auch unterschiedlich genutzt werden. Auf die Nachtweide werden die Tiere für die Nacht getrieben. Dort finden sie z. Bsp. unter Bäumen Schutz vor den Einflüssen der Witterung. Auch ist die Nachtweide ein Bereich, in dem die Tiere sich nicht verlaufen oder etwa über Steilstufen abstürzen können. Oft ist die Nachtweide auch von Felswänden umgeben, so dass eine Umzäunung nicht erforderlich ist. Während der Nacht bewegen sich die Tiere dann in Richtung zur Tagalm, am Morgen stehen sie wieder beim Kaser. Am Morgen auf der Tagweide angekommen, werden sie zuerst gemolken und versorgt. Danach werden sie zur Weide auf die Tagweide entlassen. Dort werden sie zunächst in bestimmte Bereiche der Tagweide getrieben, die jetzt beweidet werden sollen. Damit wird gewährleistet, dass keine Überweidung stattfindet und die Vegetation und der Boden schonend behandelt wird. Ebenso wird dadurch sichergestellt, dass nach starken Niederschlägen feuchtere Bereiche gemieden werden um Schädigungen des Bodens vorzubeugen.

Das Weidevieh bleibt den Tag über meist sich selbst überlassen, sollte nicht etwa ein plötzlicher Witterungsumschwung erfolgen. Die Kühe suchen dort auch bevorzugte Lagerplätze auf um wiederzukäuen. Während des Nachmittages und gegen Abend kehren sie wieder alleine zum Kaser zurück. Die Schneeflucht ist der meist - aus einsichtigen Gründen - am tiefsten gelegene Bereich einer Alm. Das Weidevieh wird von diesem Bereich bewusst ferngehalten, damit sich dort die Vegetation ungestört entwickeln kann. Tritt ein plötzlicher Witterungsumschwung ein, können die Tiere von den höher gelegenen Bereichen der Alm geholt und dorthin gebracht werden.
Ist dies den Sommer über nicht notwendig, wird auf der Schneeflucht Heu gemacht. Dies wird im Kaser eingelagert, um Futter für Notfälle bereit zu halten. Wird dieses Futter nicht benötigt, wird es im Herbst als Futter für den Winter zum Hof in das Tal gebracht. Auf der Schneeflucht verbringen die Tiere meist auch die letzten Tage vor dem Almabtrieb, da die Schneeflucht dann als Rückzugsmöglichkeit nicht mehr gebraucht wird. Die Schneeflucht kann auch eingezäunt sein, ebenso können natürliche wie auch eingerichtete Barrieren das Weidevieh davon abhalten, diese während des Almsommers als Weide zu benutzen.

  Die Arbeit auf der Alm

Topfen: vom mittelhochdeutschen topfe für Quark, dieser Ausdruck hat sich in Bayern und Österreich bis heute erhalten.

Topfen: vom mittelhochdeutschen topfe für Quark, dieser Ausdruck hat sich in Bayern und Österreich bis heute erhalten.

Die Arbeit auf der Alm

viel zu oft romantisch verklärt Der Arbeitstag auf der Alm ist lang. Er beginnt gegen 4 Uhr in der Früh und endet erst gegen 8 Uhr abends.

Viele Arbeiten sind während des Almsommers zu erledigen:
- zweimal am Tag das Melken der Kühe
- die Weiterverarbeitung der Milch zu Quark, Butter und Käse
- die fertigen Produkte ins Tal bringen
- das Weidevieh beaufsichtigen
- die Instandhaltung der Zäune
- Heu machen
- schwenden (aufkommende Gehölze auf der Lichtweide entfernen um diese zu erhalten)
- Holz machen für die Feuerstelle
- den Almkaser instand halten
- die Wege erhalten und
- die “Fuikl”, das ist der Schmuck für den Almabtrieb, herstellen Es ist daher sicher verständlich, dass um diesen Arbeitsaufwand etwas zu reduzieren, auf vielen Almen nur noch wenige Milchkühe aufgetrieben werden, die aber trotzdem gemolken werden müssen. Der Aufwand für die Weiterverarbeitung der Milch wird dadurch geringer, von vielen Almen kann sie auch täglich ins Tal gefahren werden. Dort wird sie am Hof abgeholt und frisch in der Molkerei weiterverarbeitet.

  Niederleger – Mitterleger - Hochleger

Niederleger – Mitterleger - Hochleger

Haupteinkommensquelle der Almbauern ist die Milch. Die Molkerei Berchtesgadener Land erfasst täglich die Milch von knapp 1000 Bergbauernhöfen und trägt so zur Existenzsicherung der Betriebe bei.

Prächtig geschmückt werden die Tiere nach einem ohne Unfall verlaufenen Almsommer von der Mordaualm zurück zum heimatlichen Hof abgetrieben.

Prächtig geschmückt werden die Tiere nach einem ohne Unfall verlaufenen Almsommer von der Mordaualm zurück zum heimatlichen Hof abgetrieben.

Almwirtschaft und Höhenlage

Almen und Almflächen finden sich im Hochgebirge in unterschiedlichen Höhenlagen. Mancherorts liegen die Almen richtiggehend gestaffelt übereinander, man spricht dann von einer Almtreppe.
Nach dem Winter schmilzt der Schnee zuerst in den tiefgelegenen Bereichen. Dort setzt die Vegetationsperiode ein. Diese Almen, die Niederleger können witterungsabhängig im Mai / Juni bestoßen werden.
Im Juli ist die Vegetation in der nächsthöheren Almstufe, dem ursprünglichen Mitterleger, so weit fortgeschritten, dass diese Flächen beweidet werden können. Die Kühe werden aufgetrieben und die Vegetation des Niederlegers kann wieder nachwachsen.
Ende Juli bis im August wurden früher die Tiere dann noch weiter auf den Hochleger getrieben, oftmals nur für ein paar Wochen. Die alten Hochleger sind heute jedoch größtenteils aufgelassen und die Almen verfallen. Meistens war Wassermangel der Grund dafür. Aber auch das zunehmende Aufkommen „moderner” Rinderrassen, die zwar wirtschaftlich leistungsfähiger aber nicht mehr hochgebirgstauglich sind, trug dazu bei. Damit ist der ehemalige alte Mittelleger in der heutigen Zeit zum Hochleger geworden.
Einige der alten Hochleger werden aber auch heute noch als Schafweiden genutzt.

Der Almsommer:
- Auftrieb Niederleger: um den 10. Juni
- Sonnwend: 21. Juni
- Weiter auf die Hochleger: um den 20. Juli
- Alm-Kirchweihtag: St. Jakob (25. Juli)
- gegen Ende August zurück auf die Niederleger
- Ende September geht es dann hinab ins Tal zum heimatlichen Hof
Mit dem Ende des Sommers geht es wieder talwärts. Der Mitterleger bzw. der Niederleger kann wieder abgeweidet werden. Je nach Wetter im September oder Oktober findet dann der Almabtrieb zum heimatlichen Hof statt. Die Tiere verbringen anschließend noch einige Zeit draußen auf den Wiesen um den Hof, die ansonsten im Sommer zur Heuernte für das Winterfutter genutzt wurden.

 

  Die Almen als Lebensraum

Flächen in Licht und Sonne Die heute noch bestoßenen Almen liegen meist in der natürlichen Waldzone. Das heißt, sie bilden Inseln innerhalb des Waldgürtels, an denen das Sonnenlicht ungehindert auf den Boden gelangen kann. Dort können sich lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten ansiedeln.
Eine weitverbreitete typische Pflanzengesellschaft auf den Almflächen ist die Alpine Milchkrautweide. Ihre Gräser, Kräuter und Blütenpflanzen dienen dem Weidevieh als Futter, aber sie bildet gleichzeitig auch einen Lebensraum, der von speziell darauf angewiesenen Tieren bevölkert wird. Insekten und Schmetterlinge sind auf die Blütenpflanzen angewiesen, am Boden brütet das Birkhuhn.
Die Almflächen sind aber auch der Lebensraum des Murmeltiers, das im Berchtesgadener Land “Mankei” genannt wird. Deshalb kann man auch nicht selten den Adler über den Almflächen auf der Suche nach Beute kreisen sehen.


Charakteristische Pflanzenarten der Alpinen Milchkrautweiden sind:

Rauher Löwenzahn, Weißklee, Alpen-Rispengras, Alpenlieschgras, Frauenmantel, Alpen-Mutterwurz, Rasiger Klee, Braunklee
Bedingt durch den besonderen Lebensraum, seine Standortverhältnisse und eine extensive und behutsame Nutzung, gedeihen auf den Almflächen sehr faserreiche Gräser und Kräuter. Diese wiederum werden von den Kühen gefressen und haben Auswirkungen auf die Zusammensetzung und die Inhaltsstoffe der Milch.

CLA

ist die Abkürzung für “conjugated linoleic acids“, auf deutsch konjugierte ungesättigte Fettsäuren. Diese kommen in der Milch von Wiederkäuern vor und sind für den Stoffwechsel des Menschen von Bedeutung.
Die Milch von Weidekühen weist einen besonders hohen CLA-Gehalt auf, dem in letzter Zeit von Seiten der Wissenschaft her große Beachtung zukam. Denn es wurde festgestellt, dass CLA in Tierversuchen krebshemmend wirkt. Darüber hinaus stärkt CLA das gesamte Immunsystem und  verbessert die Antikörperbildung.

Damit trägt die Almwirtschaft nicht nur zum Erhalt der Kulturlandschaft und der Artenvielfalt auf den Weideflächen bei, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf den Menschen.

  Die Entwicklung der Kaser

Die Almhütten heißen im Berchtesgadener Land “Kaser”

Das Wort „Kaser” wird nicht von Käse, obwohl der dort hergestellt wird, sondern von dem lateinischen „casa” (= Hütte) hergeleitet. Als Kaser wird die Almhütte insgesamt bezeichnet, aber auch speziell der Raum, in dem die Käseherstellung stattfindet.

Die ursprünglichste Form des Kasers ist der Rundumkaser. Dabei wird der Schlaf- und Arbeitsraum (Kasstöckl) rundum vom Stall umschlossen. Der Mensch profitiert so von der Wärme der Tiere, aber nur wenig Licht dringt durch eine Dachöffnung herein. Diese besondere Anordnung wird damit erklärt, dass sich die Tiere schutzsuchend um die Hütte des Hirten drängten und so diesen Grundriss vorgaben. Nur noch wenige Rundumkaser sind erhalten geblieben.
In der weiteren Entwicklung der Kaser rückte nun der Arbeitsraum an die Außenwand und es wurde eine Schlafkammer abgeteilt. Der Arbeitsraum konnte so Licht durch kleine Fenster erhalten.
Gebaut wurden die Kaser aus behauenen Balken, die in Blockbauweise errichtet wurden. Das Dach wurde mit Lärchenschindeln gedeckt und mit liegenden Abschwerstangen und Steinen gesichert.
Im „modernen” Kaser rückt dann die Wohn- und Schlafkammer ebenfalls an die Außenwand, sie erhält nun auch Tageslicht.
Jeder weideberechtigte Almbauer besitzt seinen eigenen Kaser, so dass auf einer Alm in der Regel mehrere Kaser stehen. Genossenschaftsalmen mit nur einer großen Almhütte sind im Berchtesgadener Land nicht verbreitet.

  Die Landschaft

Formen und Entstehung Das heutige Landschaftsbild wurde im Wesentlichen während der vergangenen Eiszeiten geformt. Gletscher zerteilten die Bergketten, sie übertieften die Täler und gaben ihnen ihr typisches U-Profil. Sie schufen Kare und bildeten Steilwände heraus. Ohne die Wirkungen des Eises wären Watzmann und Hochkalter eher flache Kuppen, umgeben von breiten Hochtälern. Die Alpen insgesamt hätten den Charakter einer flachwelligen Treppen- oder Stufenlandlandschaft, in die einzelne breite Täler eingesenkt wären.
Die Gletscher - die letzte Eiszeit endete vor ca. 12 000 Jahren - ließen aber auch Moränen zurück, wobei Grundmoränen in weiten Bereichen die talnahen Lagen und Hänge bedecken.
Ein Relikt aus der letzten  Eiszeit ist der Blaueis-Gletscher am Hochkalter, er ist der nördlichste Gletscher der gesamten Alpen.
Das Blaueis hat zwischen den Aufnahmen ca. ein Drittel seiner Größe eingebüßt, mit der einsetzenden Klimaveränderung wird sich dies noch beschleunigen.
Die Jetztzeit wird vom Abtrag und von der Kalklösung, der Verkarstung, bestimmt. Auf der Gesteinsoberfläche bilden sich sogenannte Karren, aber auch verschiedene Hohlformen sind in die Karstlandschaft eingesenkt.
Kleinere Karsthohlformen werden als Dolinen bezeichnet, die sowohl durch Kalklösung wie auch durch Einsturz entstehen können. Im Gebiet zwischen und um die Moosen- und Lattenbergalm gibt es über zwanzig solcher Dolinen.

  Gesteine-Boden-Almwirtschaft

Geologische und bodenkundliche Verhältnisse Almwirtschaft ist im Gebirge nicht überall möglich. Zuerst einmal müssen die morphologischen Verhältnisse stimmen. Das bedeutet im Wesentlichen:

  • möglichst wenig geneigte Flächen in
  • ausreichender Größe und
  • keine Steilwände über die die Tiere fallen könnten (Nachtalm!) sowie
  • gute Zugänglichkeit für Mensch und Tier.

Ebenso müssen entsprechende geologische Gegebenheiten vorhanden sein:

  • mergelige oder tonreiche Gesteine im Untergrund mit
  • guter Verwitterbarkeit.

Diese ermöglichen eine ausreichend mächtige Bodenbildung und sind auch in der Lage, Wasser zu stauen und zu speichern. Die im Berchtesgadener Land weit verbreiteten Kalke und Dolomite dagegen lassen keine almwirtschaftliche Nutzung zu! Teilweise über einen Meter mächtige Braunerden in verschiedenen Ausprägungen bieten eine gute Grundlage für das Wachstum und Gedeihen der Vegetation auf den Almflächen. Eine geschlossene Pflanzendecke schützt dabei die Böden vor Erosion und Abtrag durch Wind, Niederschläge und Schneedruck. Trotzdem ist auf vielen Almen Bodenerosion festzustellen, die unter anderem auch auf Trittbelastung durch immer größer und damit auch schwerer werdende Rinderrassen zurückzuführen ist. Es gehört somit zu den wichtigsten Aufgaben der Almbauern, die Böden durch einen geregelten Umtrieb des Weideviehs auf der Almfläche zu schützen und auch die Vegetation vor Überweidung zu bewahren.

  Die Funktion des Waldes

Der Wald übt viele Funktionen aus, wobei eine einzelne besonders hervorzuheben der Leistungsfähigkeit des Waldes insgesamt nicht gerecht wird.

   Der Wald schirmt gegen Lärm ab. Blätter, Nadeln, Zweige und Äste brechen den Schall und dämpfen ihn so auf kurze Entfernung merklich.

   Der Wald liefert nachwachsenden Rohstoff. Holz besitzt viele ökologische Vorteile, da es andere nicht erneuerbare Energieträger und Rohstoffe ersetzen kann. Es ist zudem biologisch abbaubar.

   Der Wald schützt den Boden vor Erosion. Durch das dichte Wurzelwerk wird der Boden gleichsam „festgehalten“.

   Der Wald produziert Sauerstoff und bindet CO. Den heutigen Sauerstoffgehalt der Luft verdanken wir zum größten Teil den Pflanzen und Wäldern aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit.

   Der Wald reinigt die Luft und verbessert das Klima. Er wirkt ausgleichend auf das Kleinklima; die Fähigkeit, Schadstoffe aus der Luft zu filtern, bereitet ihm mittlerweile aber selbst Schwierigkeiten.

   Der Wald reguliert den Wasserhaushalt. Er dämpft starke Niederschlagsereignisse ab und filtert bzw. reinigt das Wasser. Ein Drittel der bayerischen Wälder haben besondere Bedeutung für den Wasserschutz und damit für die Trinkwasservorräte.

  Der Wald ist Lebensraum. Nur ein Beispiel: Mehr als die Hälfte der in Bayern nachgewiesenen Brutvögel ist direkt oder indirekt auf den Lebensraum Wald angewiesen. Gleiches gilt für viele Insekten.

   Der Wald bietet Erholungsmöglichkeiten: Uns, den Menschen!

   Im Gebirge schützen die Wälder Straßen und Siedlungen vor Steinschlag, Lawinen und Muren. In Gebirgsregionen sind deshalb viele Waldbereiche als Schutzwälder ausgewiesen, in denen die Schutzfunktionen Vorrang vor einem möglichen Nutzen besitzen. Die Verbesserung der Schutzwirkungen des Bergwaldes ist eine wichtige Aufgabe des Forstamtes.

  Schutzwaldsanierung Weißwand

Der Wald schützt vor Steinschlag und Lawinen! Im Gebirge schützt der Wald Straßen, Wege und Siedlungen vor Steinschlag und Lawinen. Ist der Wald stark geschädigt und aufgelichtet, kann er seine Schutzfunktion nicht mehr erfüllen.
Technische Verbauungen, die sehr teuer sind und oftmals unter schwierigen Bedingungen errichtet werden müssen, übernehmen dann zunächst die Schutzfunktion des Waldes. In ihrer Umgebung wird dann der Wald wieder aufgeforstet. Dabei werden einige Jahre alte Bäume neu gesetzt, die vorher in Baumschulen aus im Bergwald geernteten Samen gezogen wurden. Die jungen Bäume können aber nur dort heranwachsen, wo sie im Winter gegen Schneedruck geschützt sind. Die technischen Verbauungen ermöglichen damit auch dem Wald, wieder heranzuwachsen. Damit dies gelingt, ist auch eine Regulierung des Wildbestandes notwendig. Denn gerade die Blätter und Triebe der jungen Bäume sind für das Wild wahre Leckerbissen.

 

An den Maßnahmen beteiligt sind: das Wasserwirtschaftsamt Traunstein, das Straßenbauamt Traunstein und das Forstamt Berchtesgaden.

  • Lawinenverbau
  • Steinschlagschutz
  • Aufforstung
  • Erhalt der Landeskultur
  • Schutz der Alpenstraße

Informationen zum Themenweg

Gebiet:

Ramsauer Tal

Entfernung:

6,3 km

ab Ramsau Rathaus/Touristinfo

Länge:

11,4 km

Weg:

Weg-Nr. 2, 62, 64, 65, gelbe Beschilderung

Ausgangsort:

(P) Taubensee, An der Alpenstraße oder (P) Schwarzbachwacht

Bushaltestelle/Linie

(H) Taubensee-Mordau, RVO-Linie 845 oder 846

Anfahrt:

über B305 aufwärts bis zum (P) Taubensee

Beschwingt geht's wieder hoam


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Tourist-Information Ramsau 
Im Tal 2 
83486 Ramsau b. Berchtesgaden
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